Um den Rohstoff Daune ranken sich zahlreiche Mythen und Missverständnisse, mit denen hier einmal aufgeräumt werden soll. Danach fällt die Entscheidung für oder gegen Daune auf jeden Fall leichter.

Mythos #1: Weiße Daunen sind besser als graue Daunen

Nein! Die Farbe hat keinerlei Einfluss auf die Qualität der Daune. Dennoch werden weiße Daunen und Federn zu höheren Preisen gehandelt, da Verbraucher weiße Daunen mit Sauberkeit und Hygiene in Verbindung bringen. Dabei hat die Farbe von Daunen und Federn nichts mit ihrer Qualität zu tun. Die Farbe entsteht lediglich durch die Pigmentierung, ähnlich wie beim menschlichen Haar. Man würde auch nicht auf die Idee kommen, dass blonde Haare sauberer sind als braune Haare.

So ist z.B. die Eiderdaune von der Eiderente von wesentlich besserer Qualität als eine Gänsedaune. Ihre Farbe: grau! Sie ist die hochwertigste und teuerste aller Daunen. Die Eiderdaunen haben die höchste Dichte und größte Füllkraft bei geringstem Gewicht. Sie kletten sehr stark zusammen und sind deshalb die stärksten Wärmeisolatoren. Die Eiderente polstert mit ihren Daunen ihr Nest aus und wenn die Enten ihre Brutstätte am Ende verlassen, können diese Daunen von Hand eingesammelt werden.

Mythos #2: Daunendecken sind nicht für Stauballergiker geeignet

Das Allergen, auf das der menschliche Körper bei einer Hausstauballergie reagiert, ist nicht der Staub an sich, sondern die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe. Der Kot trocknet aus und zerfällt in sehr kleine Teilchen und vermischt sich mit dem Hausstaub. Wird dieser allergenhaltige Staub aufgewirbelt und mit der Atemluft inhaliert, kann es bei entsprechend empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen kommen.

Die Milbe fühlt sich zum Menschen hingezogen, jedoch nicht zur Daune. Die Hausstaubmilbe gehört zur Gattung der Spinnentiere und ist ein ganz natürlicher Mitbewohner unserer häuslichen Umgebung. Hausstaubmilben leben in enger Gemeinschaft mit Mensch und Tier und haben nichts mit Unsauberkeit zu tun. Sie ernähren sich von Hautschuppen, aber auch von Schimmelpilzen. Das ist der Grund, weshalb sie sich in unserer Umgebung so wohl fühlen und besonds gerne Betten besiedeln. Hier sind Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung im Überfluss vorhanden.

Daunendecken verfügen über ein dicht gewebtes, robustes Inlett, das ein Austreten der darin enthaltenen Daunen und Federn verhindert. Dieses Inlett stellt auch für Milben eine unüberwindliche Hürde dar. Studien der Universitäten Kiel und Frankfurt sowie der Wellington School of Medicine in Neuseeland haben nachgewiesen, dass in daunen- und federngefüllten Bettwaren praktisch keine Hausstaubmilben zu finden sind.

Daunendecken und -kissen sind somit, entgegen der landläufigen Meinung, für Allergiker besonders gut geeignet und sorgen für ein angenehmes, absolut allergiefreies Schlafklima. Wird die Daunendecke und das Kissen in regelmäßigen Zeitabständen bei 60 °C gewaschen, wird es den Milben zusätzlich schwer gemacht, da sie diese Temperatur nicht überleben.

Mythos #3: Synthetische Fasern sind eine gleichwertige Alternative zu Daunen

Sicherlich spricht nichts gegen die Verwendung von synthetischen Fasern auf Mineralölbasis für eine ganze Reihe von Konsumprodukten. Eine Welt ohne Synthetik ist derzeit jedoch leider noch nicht vorstellbar. Doch wenn es um hochwertige Bettwaren oder Outdoor-Produkte für höchste Performance geht, sind synthetische Fasern immer unterlegen. Warum?

Die Daune ist ein hundertprozentiges Naturprodukt, das biologisch abbaubar ist. Synthetische Fasern werden aus einer endlichen Ressource, nämlich Mineralöl, hergestellt. Zudem sind synthetische Fasern nicht im selben Maße wiederverwertbar.Sie müssen im Restmüll entsorgt werden und werden verbrannt. Dabei entstehen giftige Gase. Ein Federbett hingegen, das zu 100 Prozent ein Naturprodukt ist und Federn(kiele) überdies ein exzellenter Blumendünger sind, kann ohne weiteres im heimischen Garten vergraben werden.

Zudem ist die Daune mit Blick auf Isolierfähigkeit, Bauschkraft und Feuchtigkeitsaustausch eindeutig überlegen. Daune ist das beste Material, wenn es um die Relation von Wärme und Gewicht geht. Es ist kein Zufall, dass Extrembergsteiger und Polarforscher auf Daunenjacken und -schlafsäcke setzen - gerade auch weil eine äußerst dicht gepackte Daunenjacke immer wieder ihre Form zurück gewinnt. Eine Fähigkeit, die nur Daunen besitzen.

Maksut Schumajew, einer der besten Bergsteiger der Welt, hat alle Achttausender bestiegen. Er vertritt die Meinung, dass rund 50% seiner Erfolge auf den Achttausendern auf seine Bekleidung zurückzuführen ist. „Momentan geben mir künstliche Füllungen in einem Overall keine Sicherheit, dass ich bei -50 Grad nicht frieren werde“, stellt Schumajew fest.

Fazit:

Die Daune ist ein Naturprodukt, das viel kann. Es hält uns warm und hat eine unglaublich hohe Isolierkraft. Die Farbe spielt dabei keine Rolle, eher die Gattung und der Lebensraum des Tieres. Für Hausstaub-Allergiker ist eine Daunendecke sehr gut geeignet, wenn sie regelmäßig bei 60 Grad gewaschen wird.