Wieso schlafen wir so schlecht?

Sarah Rotterdam, Life Coach und Expertin für Stressmanagement, erläutert beim Event „weniger Stress – besser schlafen“ im Hästens Store in Düsseldorf die vielfältigen Gründe,  warum ca. 80% der Menschen in Deutschland (lt. einer Studie der DAK*) heutzutage so schlecht schlafen: ständige Erreichbarkeit, Leistungsdruck, Termindruck, Verschwimmen von Arbeit und Privatleben, Computer und TV am Abend, Überstunden, kein Ausgleich zum Alltagsstress und zu wenig Bewegung sind die Hauptverursacher schlechten Schlafs. So unterschiedlich diese Gründe erscheinen mögen, so haben sie doch eines gemeinsam: es ist purer Stress für unseren Körper!

Das war nicht immer so, was Rotterdam an der Evolutionsgeschichte des Schlafs verdeutlicht. Erst im Zuge der Industrialisierung wurde es für die arbeitende Bevölkerung wichtig, 6-8 h in der Nacht durchzuschlafen, um fit zu sein für den langen Arbeitstag. Bei den Römern hingegen, sogar schon in der Steinzeit, war Schlaf etwas sehr Wertvolles, und wurde, wenn man es konnte, zu jeder Tages und Nachtzeit ausgekostet. Insbesondere nach Stressphasen, wie dem Erlegen eines Mammuts zum Beispiel, wurde erstmal ausgeruht, damit sich der Körper vom Stress erholen konnte. Heute haben wir dazu nicht mehr die Gelegenheit. Wir müssen den ganzen Tag funktionieren und können die produzierten Stresshormone nicht mehr zeitnah abbauen. Da staut sich vieles auf, was uns in der Nacht am Schlafen hindert.

Einige Firmen, so z.B. auch Vodafone, haben das schon erkannt und steuern mit Ruheräumen für die Mitarbeiter entgegen, wo sie sich zwischendurch entspannen und auch ein Mittagsschläfchen halten können, um danach wieder frisch an die Arbeit zu gehen.

Am gesündesten für uns, so Rotterdam, wäre die Schlaftechnik „a la Merkel“, wie es auch viele Manager und andere Leistungsträger handhaben: 3-4 Kernstunden in der Nacht, die ausreichen um in die regenerative Tiefschlafphase zu kommen und über den Tag verteilt 3 kurze Nickerchen. Das lässt sich trainieren, ist sehr effizient und entspricht am ehesten unserem natürlichen Schlafbedarf aus der Uhrzeit. Auch der Chronobiologe Achim Kramer von der Berliner Charité rät gestressten Leistungsträgern zum Nickerchen: "Wer vielleicht auch zwischendurch einen sogenannten Power-Nap macht, der kann es schaffen, einen stressigen Tag zu haben, ohne wirklich chronisch Schlafmangel anzuhäufen." **

Doch wer kann sich das schon leisten? Die Krankenschwester mit Schichtdienst oder Flugbegleiter müssen dann schlafen können wenn  sie frei haben, ungeachtet dessen was ihr Biorhythmus verlangt. Wenn sie dann nachts nicht einschlafen können oder ständig wach werden und sich umherwälzen, rät Sarah Rotterdam, Techniken zur Entspannung zu erlernen. Das wurde nach dem Vortrag auch gleich ausprobiert. Die Teilnehmer haben sich in die Betten des Hästens Stores verteilt um dann unter Anleitung in eine tiefe Entspannung geleitet zu werden. Bei einigen hat es so gut funktioniert, dass man aus der einen oder anderen Ecke ein leises Schnarchen vernehmen konnte. Na dann… Gute Nacht!

* https://www.dak.de/dak/bundes-themen/muedes-deutschland-schlafstoerungen-steigen-deutlich-an-1885310.html

**http://www.deutschlandfunkkultur.de/schlaf-zum-glueck-muessen-politiker-keine-lastwagen-fahren.1008.de.html?dram:article_id=311513)

Sarah I. Rotterdam (M.A.) ist Inhaberin des Beratungsunternehmens Lifetime Coaching aus
Düsseldorf. Seit 2012 hat sie sich der Arbeit gegen Stresssymptome und deren Auswirkung auf
den menschlichen Körper verpflichtet. Sie entwickelt ganzheitliche Konzepte gegen Stressoren
und betreut hiermit regelmäßig internationale Topmanager und  Großunternehmen.

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