Was tun bei Schlafstörungen? 3 Gründe, warum wir oft das Gefühl haben, schlecht zu schlafen

Was tun bei Schlafstörungen?

3 Gründe, warum wir oft das Gefühl haben, schlecht zu schlafen.

Haben sie auch die Erfahrung gemacht, nicht einschlafen zu können, nachts aufzuwachen und das Gedankenkarussell nicht mehr anhalten zu können? Ein Gedanke jagt den nächsten, so viele unerledigte Punkte und man weiß nicht, wo man anfangen soll. Gerade jetzt in der Krise sind auch viele geplagt von Sorgen wie es weitergehen soll.

Laut DAK-Gesundheitsreport sind 80% der Arbeitnehmer in Deutschland von schweren Schlafstörungen betroffen. Dazu zählen Ein- und Durchschlafstörungen, schlechte Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. (Quelle: DAK Schlafreport 2017 und DAK Schlafreport 2019)

Was lässt sich dagegen tun?

Erstmal ist es hilfreich zu verstehen, was nachts in unserem Körper passiert, damit wir gelassener an die Sache herangehen und nicht in Panik verfallen, weil wir nicht mehr genügend Schlaf bekommen.

Weil dieses Thema sehr umfassend ist, widmen wir ihm einen zweiteiligen Blogbeitrag. Heute geht es um 3 Gründe, warum wir das Gefühl haben, schlecht zu schlafen. In der nächsten Woche liefern wir ihnen 6 Tipps für einen ruhigen und gesunden Schlaf.

Warum haben wir das Gefühl schlecht zu schlafen?

1.      Durchschlafen ist eine Utopie

Fakt ist: wir wachen bis zu 28 Mal in der Nacht auf. Das ist uns jedoch selten bewusst. Ursache dafür sind die verschiedenen Schlafphasen, die wir in einer Nacht durchlaufen. Kurz nachdem wir eingeschlafen sind, gelangen wir in die Tiefschlafphase. In Wellenbewegungen geht es dann in den Leichtschlaf, wir durchlaufen sie REM- bzw. Traumphase und kommen dann wieder in einen Leichtschlaf, bevor wir zum ersten Mal aufwachen. Wir merken das meist gar nicht und schlafen direkt wieder ein. Dieses Spiel wiederholt sich viele Male in der Nacht, wobei die einzelnen Zyklen immer kürzer werden und sich unser Körper somit auf das Aufwachen am Morgen vorbereitet. Es kann sein, dass wir um drei oder vier morgens schon zum ersten Mal bewusst wach werden. Vielleicht startet das Gedankenkarussell, Angst treibt einen an oder wir können zu dieser Zeit auch hungrig werden, weil der Magen wieder stärker durchblutet wird. Eventuell steigt die Körpertemperatur an. Was man hiergegen tun kann erfahren Sie in den Tipps.

Weit vor der Industrialisierung war es normal, dass man nachts gegen 3 Uhr aufstand und sich auf der Straße mit Nachbarn traf, um zu plaudern. Es wurde Essen verkauft, manche haben ihr Tagwerk schon begonnen. Geschlafen wurde dann später wieder. Diese Lebensweise war damals möglich, weil es noch keine standardisierten Arbeitszeiten durch Fabriken gab und man nicht den ganzen Tag funktionieren musste.

Wenn sie wieder das Gefühl haben, mitten in der Nacht nicht einschlafen zu können, lade ich Sie ein, den Druck rauszunehmen. Machen Sie für 15 bis max. 45 Minuten etwas Entspannendes und starten dann einen neuen Einschlafversuch.

Es gibt vielfältige Methoden um wieder das innere Gleichgewicht zu bekommen. Mehr dazu folgt im Beitrag nächste Woche.

2.      Der Schlaf passt sich dem Alter an.

Es ist häufig der Fall, dass man im Alter schlechter und unruhiger schläft. Es war schon in der Steinzeit so, dass die Alten nachts Wache gehalten haben, damit sich die Jungen tagsüber um die Essensbeschaffung kümmern konnten und fit waren für die Verteidigung. Wir kennen das heute eher scherzhaft als „senile Bettflucht“. Im Alter nimmt das individuelle Schlafbedürfnis des Menschen ab und der Schlaf-Wach-Rhythmus verschiebt sich. Ein Mittagsschlaf ergänzt dann den verkürzten Nachtschlaf.

      3.      Unser Gehirn arbeitet in der Nacht auf Hochtouren

Unser Gehirn verarbeitet in der Nacht alle Eindrücke, die am Tag auf uns eindringen. Optische, sinnliche, positive wie negative Emotionen werden gefiltert. Dabei sind es nicht nur die uns bewussten Eindrücke sondern auch die unbewussten, die verarbeitet werden wollen.Dazu zählen auch unterdrückte Gefühle, Unausgesprochenes oder nicht zu Ende gedachte Gedanken und Wahrnehmungen, die eventuell intuitiv schon unterschwellig beachtet aber noch nicht komplett verarbeitet worden sind. Diese Dinge sind es, die sich in der Nacht einen Weg von unserem Unbewusstsein zu unserem Bewusstsein suchen.

In der Nacht wird unser Gehirn wie eine Festplatte des Computers bereinigt. Es wird automatisch gefiltert, was wir vergessen und was wir behalten, was relevant für unser (Über-) Leben ist und was „Datenmüll“. Durch neu verknüpfte Synapsen verfestigt sich dann Gelerntes.

Jeder Mensch kann eine bestimmte individuelle Menge an Daten oder Eindrücken verarbeiten. Werden es zu viele Eindrücke und gibt es zusätzlich Blockaden, so kommt es wie auf der Autobahn zu einem Stau. Nur wenn Aufgaben, Gedanken, Ängste und Gefühle tagsüber be- und verarbeitet werden, haben wir nachts wieder Raum, um entspannt zu schlafen.

Es gibt Lösungen um wieder in den Flow zu kommen.

Lesen Sie nächste Woche im zweiten Teil dieses Beitrags, was Sie gegen Schlafstörungen tun können. Ich gebe 6 Tipps für einen ruhigen und gesunden Schlaf.

 

 Ihr Christian Thiele

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